Begegnungen

Wie kommt die Gesundheitspolitik bei den Versicherten beziehungsweise den Patienten an? Und was sagt die Wissenschaft zu den neuen Entwicklungen bei den Arzneimitteln oder im Krankenhausbereich? Wie stellen sich die großen Parteien das Gesundheitswesen in der Zukunft vor? Hier warten interessante Gesprächspartner und spannende Begegnungen auf Sie.

Bringt Digitalisierung für Patienten Vorteile?

Ob Entlassbriefe, Behandlungsergebnisse oder Verordnungen – häufig gehen wichtige Informationen an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung verloren. Auch haben Patienten bisher keine Möglichkeit, auf ihre Gesundheitsdaten direkt zuzugreifen. Können digitale Lösungen dazu beitragen, den Austausch von Informationen für Patienten, Ärzte und Krankenhäuser zu vereinfachen? Antworten lesen Sie in der Broschüre "Worüber wir im Gesundheitswesen reden müssen".

Zukunft der Pflege

Der Abschluss der Pflegereform vor einem Jahr hat zahlreiche Verbesserungen für Pflegebedürftige mit sich gebracht. Seitdem erhalten Menschen mit Demenz einen gleichberechtigten Zugang zu den Pflegeleistungen. Fünf Pflegegrade berücksichtigen die Beeinträchtigungen der Menschen genauer als die ursprünglichen drei Pflegestufen. Modellkommunen erproben neue Beratungsstrukturen. Ist die Pflegeversicherung jetzt besser aufgestellt?

Fragen und Antworten zur Gesundheitspolitik 

Gesundheit geht alle an

Der Schutz vor Krankheit und die Förderung der Gesundheit sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Die gesetzlichen Krankenkassen leisten bereits ihren Beitrag mit vielfältigen Programmen und Angeboten, insbesondere in den Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Betrieben. Aber auch andere Akteure wie Städte, Länder und der Bund sind gefordert, sich mehr in der Prävention und Gesundheitsförderung zu engagieren. Ob der aktuelle politische Kurs dem gerecht wird, lesen Sie in der Broschüre "Worüber wir im Gesundheitswesen reden müssen".

Lässt sich die Qualität in Krankenhäusern weiter verbessern?

Seit der jüngsten Klinikreform geht es bei der stationären Versorgung um mehr Qualität. Auch die sogenannten Mindestmengen, also festgelegte Mindestzahlen für bestimmte stationäre Leistungen, haben bessere Behandlungsergebnisse zum Ziel. Reichen diese Maßnahmen aus, um Patienten bestmöglich zu versorgen?

Aktuelle Fragen und Antworten zur Gesundheitspolitik

Erfahrung verlängert Leben

Bei Krebspatienten, die in von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Krebszentren operiert werden, sind die Sterblichkeitsraten nach dem Eingriff niedriger als bei Patienten, die in Kliniken mit niedrigen OP-Zahlen behandelt werden. Das geht aus einer Analyse für den Qualitätsmonitor 2018 hervor. So lag bei Lungenkrebs-Patienten die Sterberate in Kliniken mit mehr als 75 OPs jährlich bei 2,5 Prozent. In Kliniken mit weniger Operationen war sie dagegen fast doppelt so hoch, 4,1 Prozent. Um von der Deutschen Krebsgesellschaft als Lungenkrebszentrum zertifiziert zu werden, müssen Kliniken mindestens 75 OPs im Jahr vornehmen. Diese Zahl erfüllen derzeit weniger als 20 Prozent der Krankenhäuser, die Lungenkrebs-Patienten operieren. 

Mehr zu den Ergebnissen des Qualitätsmonitors 2018

Martin Litsch Zitat
"Krebszentren tun alles dafür, dass Krebspatienten von erfahrenen Operateuren versorgt und optimal nachbehandelt werden."

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

Worüber wir im Gesundheitswesen reden müssen

Was tun bei dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler? Zwar sichert das 2013 nach langen Diskussionen in Kraft getretene Patientenrechtegesetz den Versicherten Unterstützung zu, wenn es darum geht, Verdachtsfälle aufzuklären. Dennoch haben Patienten es schwer nachzuweisen, wenn dem Arzt ein Fehler unterlaufen ist. Brauchen Patienten also mehr Rechte?

Aktuelle Fragen und Antworten zur Gesundheitspolitik

"Einfach mal den Bürger fragen" - Episode 3: Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich

Er zählt zu den komplexesten Mechanismen im deutschen Gesundheitswesen: der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich, kurz Morbi-RSA. Seine Funktionsfähigkeit und seine Ausgestaltung waren seit seiner Einführung 2009 immer wieder Ausgangspunkt für kontroverse Diskussionen und wissenschaftliche Gutachten. Auch Gerichte mussten sich mit dem Morbi-RSA befassen. Wozu braucht ein Gesundheitswesen überhaupt ein so komplexes Regelungswerk, und wie lässt es sich verbessern? "Einfach mal den Bürger fragen!

Gesundheitsminister verteidigt Direktmandat

Der amtierende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat seinen Wahlkreis im Rhein-Kreis Neuss (Nordrhein-Westfalen) erneut gewonnen. Gröhe holte bei der Bundestagswahl als CDU-Direktkandidat 44 Prozent der Erststimmen. 2013 hatte er den Wahlkreis mit 51,6 der Stimmen gewonnen. Der 56-Jährige ist seit 1994 Bundestagsabgeordneter. Auch über Gröhe hinaus werden dem neuen Deutschen Bundestag weiterhin die meisten der wieder angetretenen Gesundheitspolitikerinnen und Gesundheitspolitiker angehören.

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Versicherte befürworten digitale Gesundheitsakte

Die Idee einer digitalen Gesundheitsakte stößt bei den gesetzlich krankenversicherten Menschen auf große Akzeptanz. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. Danach halten es 82 Prozent der Befragten für sinnvoll, dass medizinische Daten in einer digitalen Akte gespeichert werden, sodass Ärzte in der Praxis und im Krankenhaus diese abrufen und sich einen Überblick über den Gesundheitszustand des Patienten verschaffen können.78 Prozent der Befragten würden eine solche digitale Gesundheitsakte auch selbst nutzen.

Eine digitale Akte ist Kern eines Gesundheitsnetzwerks, das die AOK-Gemeinschaft in zwei Pilotregionen startet. Sie ermöglicht es, medizinische Informationen und Dokumente jederzeit bereitzustellen und abzurufen und fördert dadurch den Datenaustausch zwischen Patienten, niedergelassenen Ärzten und Kliniken. 

Weitere Infos zum AOK-Gesundheitsnetzwerk

Martin Litsch Zitat
"Der digitale Informationsaustausch über die Sektorengrenzen hinweg unterstützt die optimale Behandlung des Patienten und verbessert durch mehr Transparenz auch die Patientensicherheit."

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

Positionen zur Gesundheitspolitik 2017

Worauf kommt es in der nächsten Legislaturperiode an. Die gesundheitspolitischen Sprecher der vier Fraktionen im Bundestag haben geantwortet und der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, hat auch gesagt, was er davon hält.

Alle Fragen - alle Antworten

"Einfach mal den Bürger fragen": Von Arzneimittelkosten und Nutzenbewertung

Seit 2011 werden neue Medikamente dahingehend untersucht, ob sie besser wirken als Präparate, die schon längst auf dem Markt sind. Ist das nicht der Fall, dürfen sie nicht mehr kosten als ein bereits eingeführtes Medikament. Warum trotzdem Mondpreise entstehen, wie man sie verhindert und wo unbedingt nachgebessert werden muss: "Einfach mal den Bürger fragen!"

Raus aus den kollektiven Hängematten

Mehr Anreize für einen verstärkten Wettbewerb um die beste Versorgung hält Professor Klaus Jacobs für dringend erforderlich. Krankenkassen und Leistungserbringer hätten es sich "vielfach in den 'kollektiven Hängematten' der Versorgungssektoren bequem gemacht", so der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Es sei "mehr Mut in der Politik gefragt - so ähnlich wie vor 25 Jahren, als die freie Krankenkassenwahl eingeführt wurde".

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"Einfach mal den Bürger fragen" - Gesundheitspolitische Themen auf den Punkt gebracht

Morbiditätsorientierung, Mindestmengen, Qualitätsmanagement, Nutzenbewertung etc. - die gesundheitspolitische Debatte ist voll von Fachbegriffen. Doch was davon verstehen die Versicherten und Patienten? Was kommt eigentlich bei ihnen an? Da sollte man "Einfach mal den Bürger fragen" - die neue Video-Reihe. Folge 1: Qualität in der Klinik

 

Hans-Jürgen Wirthl, erste Vorsitzender des Landesverbandes Früh- und Risikogeborene Kinder Rheinland-Pfalz e.V.

Hans-Jürgen Wirthl
Erster Vorsitzender
Landesverband Früh- und Risikogeborene Kinder Rheinland-Pfalz e.V.

Warum Mindestmengen wichtig sind

"Mit einer wirksamen Mindestmenge könnten pro Jahr mehr als 100 Kinder zusätzlich überleben." Diese Meinung vertritt Hans-Jürgen Wirthl. Der erste Vorsitzender des Landesverbandes Früh- und Risikogeborene Kinder Rheinland-Pfalz e.V. und Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss hat in einem Kurzinterview mit dem Krankenhaus-Newsletter "Blickpunkt Klinik" betont, dass Erfahrung und Routine der Behandlungsteams überlebenswichtig für die Frühgeborenen seien. Das setze ständige Übung voraus, die bei der Vielzahl der Perinatalzentren in Deutschland nicht immer gegeben sei. 

Im EU-weiten Vergleich liegt Deutschland bei der Säuglingssterblichkeit nur im Mittelfeld. "Insbesondere nordeuropäische Länder haben wesentlich bessere Ergebnisse, weil die Geburtshilfe dort konzentriert wurde. Bei uns ist das Versorgungsniveau zu unterschiedlich. Eine verlässliche Qualitätssicherung gibt es in der Geburtshilfe nicht", sagte Wirthl.